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- Spielend im Social Media Space – blog
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Feb 21st
Tipps und Tricks für Machinima Filmprojekte in Second Life.
Für die Goethe Universität Frankfurt drehe ich momentan einen Video Trailer für das inter-religiöse Bildungsprojekt SL-Quests. Dabei finde ich langsam wieder in das Second Life Machinima Filmen und teile ein paar kleine Techniken zu Vorbereitung und zu den Kameramöglichkeiten.
Vorbereitung – Video / Screen Capture Software
Hierfür gibt es den kostenlosen WeGame Client auf http://www.wegame.com/ mit dem man in drei verschiedenen Qualitätsstufen aufnehmen kann.
Persönlich bevorzuge ich Fraps, das für 37$ und Updates auf Lebenszeit auf http://www.fraps.com erhältlich ist. Mit Fraps kann auch vom Desktop oder Browser aufgenommen werden. Ein Vorteil ist die Anzeige der aktuellen Framezahl. Merken wir in Second Life, dass die Framezahl konstant niedrig ist, wird das Video sehr hackelig. Es empfiehlt sich dann eine Verbesserung der Grafik Einstellungen für eine höhere Framezahl. (Recht flüssig z.B. 25-30 Frame per Second)
Die Screencapture Software sollte vor dem Start von Second Life geladen werden. Die Aufnahme wird mit dem Hotkey, der in den Einstellungen definiert wurde aktiviert. Achtung: Auf Doppelbelegungen achten, damit wir beim Starten der Aufnahme nicht gleichzeitig einen Luftsprung machen
Grafik Einstellungen Second Life:
Gerade wenn wir keinen Highend Rechner für unsere Aufnahmen haben, sollten wir an den Grafik Einstellungen schrauben, bis wir recht flüssig im Second Life unterwegs sind. Zu finden im oberen Second Life Client Menü unter: Ich/Einstellungen/Grafik. Gerade bei älteren oder mobilen Grafikkarten in Laptops empfiehlt sich das de-aktivieren der “Shader”.
Interface ausblenden:
In der Regel sind die Menüanzeigen, Chat Fenster, die Seitenleiste, Infos über den Köpfen usw. nicht interessant für unser Video. Mit dem gleichzeitigen Drücken von Strg-Alt-F1 blenden wir alles Überflüssige aus. Nochmals gedrückt kehren wir wieder in die Normalansicht zurück.
Kameratechniken:
Hier heißt es “Rumspielen und Testen”. Verschiedene Optionen für unsere Kamera gibt es im Second Life Client im unteren Menü auf dem Button “Ansicht”. Hier sind besonders die Optionen unter dem Kamera Symbol “Kameramodi” interessant. Mit der Objektansicht lassen sich z.B. spannende Kamerafahrten inszenieren, die bereits aus großer Distanz begonnen werden können – ohne, dass ich unser Avatar dabei bewegen muss. Dazu halten wir die linke Maustaste gedrückt, nachdem wir einen Center anvisiert haben. Durch das “Vor- und Zurückziehen” und “Drehen” der Maus entstehen interessante Fahrten und Winkel.
Viel Spaß beim Spielen und Ausprobieren !
Feb 8th
Anfang 2010 können wir einen Wechsel, einen Kipppunkt vom populären Begriff “Neue Medien” (blau) zu “Social Media” (rot) beobachten:
Original Link zur Google Trend Grafik
Bis 2010, dem nahenden Ende der zweiten World Wide Web Dekade war alles Neu und die “alten” Medien im Vergleich noch immer recht frisch in der Erinnerung.

"Alte Medien"
Die heutige Generation der Teens und frischen Twens kennt diese Medienwelt nicht mehr. Sie sind in den stets Neuen Medien aufgewachsen – in einer exponentiellen Flut neuer Endgeräte, Web Technologien und -Anwendungen.

"Neue Medien"
Das “Neue” ist uns also recht vertraut geworden und wir entdecken zunehmend, was das “Neue” an den Medien eigentlich konkret bedeutet. Im letzten Bild sind es die Verbindungslinien im Media Space zwischen den Menschen und Endgeräten. Die “Neuen Medien” haben sich also als “soziale Medien”, als “Social Media” entpuppt. Ein medialer Raum, der es (theoretisch) Menschen in allen sozialen Schichten grenzübergreifend ermöglicht, Botschaften/Wissen interaktiv zu senden, zu empfangen, zu propagieren, zu modifizieren, zu vernetzen/verknüpfen.
Von der Dominanz des produzierenden “Neu” der Industrie muss es also jetzt zum etablierenden “Sozial” der Mediengesellschaft übergehen. Konkret heißt das, Menschen aller Schichten den Zugang zum Social Media Space zu ermöglichen und aktiv unsere Medienkompetenz (englisch media literacy / Medien Lese- und Schreibfähigkeit) zu fördern, damit wir als Individuen und Organisationen das Potential sozialer Medien voll ausschöpfen können.
Jan 23rd
Erfahrungspunkte, Level Up´s, Ränge, Erfolge (Achievements), Tokens als virtuelle Währung, Belohnungen, Herausforderungen, Missionen und Quests sorgen in Videospielen für ein hohes und häufig langfristiges Motivationslevel der Spieler/innen.
Die oben aufgezählten Game Dynamiken lassen sich auch in Online Communities und Social Networks implementieren, wo sie gleichermaßen die Mitgliedermotivation erhöhen und die Interaktion auf der Plattform spannender machen können. Beispiele: Der tägliche Besuch in der Community begrüßt Mitglieder nach dem Login mit einem : “Herzlichen Glückwunsch. Für deinen täglichen Besuch hast du 10 Punkte erhalten!” Das Veröffentlichen von Bildern, Artikeln oder Forenbeiträgen wird mit Punkten honoriert, die zu höheren Leveln/Rängen führen, neue Bereiche und Belohnungen freischalten . Habe ich 10 Forenbeiträge veröffentlicht, erhalte ich ein Abzeichen, das meinen Erfolg für alle sichtbar macht. Monatlich oder Wöchentlich gibt es eine Challenge/Herausforderung wie z.B. “Schreibe einen Blog Artikel über ein Thema, das in deinem Wohnort gerade aktuell ist”. Wurde die Challenge gelöst, gibt es eine Medaille und die besten Einsendungen werden von den Mitglieder gekürt. Im Leaderboard kann ich meine Punkte mit denen anderer Mitglieder vergleichen und sehe, wo ich im Rang stehe. Der spielerische Wettkampf erhöht also zusätzlich Spannung und Motivation.
Mit folgenden Komponenten lassen sich Game Dynamics in das kostenlose Open Source Framework Joomla implementieren:
Mit JomSocial erweitern wir unseren Joomla Content Management Layer um einen sehr mächtigen Social Layer und haben damit bereits den ersten Schritt in den Game Layer getan – denn JomSocial wird von Haus aus mit einem Punkte- und Levelsystem ausgeliefert.
In der JomSocial Verwaltungsoberfläche finden wir die “Rules”, die Regeln und Anzahl der Punkte. Der Regel “Eröffne eine neue Gruppe” weisen wir z.B. 5 Punkte zu. Ab einer bestimmten Punktzahl steigt das Mitglied um einen Level. Der zweite Levelstein leuchtet unter dem Profilbild auf.
Durch die JomSocial Erweiterung JAchievements lassen sich automatisierte Erfolge und Extrapunkte definieren, die als Plakette im Profil und Profilbild erkennbar sind. Z.B. “Der Diskussionist :: Starte 20 Diskussionen in den Foren” Belohnung: 20 Punkte.
JomSocials Punktesystem eignet sich für die Emulation von Erfahrungspunkten, wie wir sie aus Computerspielen wie z.B. World of Warcraft kennen. Erfahrungspunkte können nur zunehmen, nicht aber abnehmen. Was aber, wenn wir eine zusätzliche Punkteart benötigen, die gleichzeitig als virtuelle Währung dient und den Mitgliedern den Erwerb von Belohnungen/Produkten ermöglichen soll – nennen wir sie hier mal ActionPoints ?
Hier kommt unsere zweite, kostenlose Komponente ins Spiel: Alpha User Points. Neben den automatischen Regeln, wie sie auch bei JomSocial zu finden sind können wir zusätzlich manuell Punkte vergeben, Medaillen/Abzeichen verleihen, Ränge einrichten und Coupon Codes generieren. (z.B. für den Kauf eines Produkts oder die Teilnahme an einem Workshop). Die Codes können von den Mitgliedern in ihrem Profil eingelöst werden und schreiben Punkte gut. Das ebenfalls kostenlos erhältliche, sehr mächtige Shop System Virtuemart für Joomla lässt sich gar so umwandeln, dass sich Produkte im Shop mit der virtuellen Währung aus Alpha User Points bezahlen lassen. Mitglieder können also durch ihre Aktionen Punkte verdienen und sich damit ihre Produkte/Belohnungen leisten.
Game Dynamics in Joomla Communities und Social Networks eröffnen neue, kreative Möglichkeiten für Bildung, Business und gemeinnützige Organisationen. Konkrete Anwendungsmöglichkeiten und Beispiele werden in Teil 2 behandelt.
Nov 4th
Eine bestehende Joomla Website mit ihren zigtausenden von Dateien und ebenso vielen Datenbankeinträgen vom laufenden Server auf einen Entwicklungsserver und zurück zu übertragen, war in der Vergangenheit für mich mit einigen Aufwand verbunden.
Dank einer brillanten, kostenlosen Komponente für Joomla, ist das “Klonen” einer Joomla Website jetzt eine “wenige Clicks” Geschichte.
Mit Akkeba Backup @ http://www.akeebabackup.com verläuft das Klonen für eine z.B. Re-Design Umgebung mit diesen kleinen Schritten:
Nov 2nd
Eine magisch-mythologische Anderswelt mit Elfen und Minotauren, Zwergen und Riesen, Drachen und natürlich vielen Helden öffnet sich meinem Geist durch das geschriebene Wort. Unglaublich was da in meiner Fantasie entsteht – durch die Interpretation von nicht einmal 30 Zeichen, die in stets neuen Kombinationen zusammen gewürfelt sind und der Fantasie der Autorin entsprangen, die ich nicht einmal kenne. Lesen ist so selbstverständlich für mich, dass mir der Zauber des Ganzen nur noch selten bewusst wird.
Zusammen mit den Protagonisten durchlebe oder partizipiere ich beim Lesen dank meiner Immersionsfähigkeit das, was von Mythologen wie z.B. Joseph Campbell die “Heldenreise” genannt wird. Ein Motiv, ein ritueller Ablauf der Mythen, der sich in allen Kulturen unserer Welt wiederfindet.
Quelle: Wikipedia & Der Heros in Tausend Gestalten
Ich lege das Buch beiseite, starte meinen Computer und betrete eine dreidimensionale Welt durch meinen Avatar, meinen selbst kreierten Charakter und Helden. Die Welt, in der ich/mein Held lebt, ist die gleiche, von der ich da gerade las. Die Erdbeben und Unruhen in der Natur am Anfang des Buches erlebe ich jetzt am eigenen (virtuellen) Leib. Dabei stimulieren Computergrafiken und Animationen, die zunächst durch Malereien und Zeichnungen “gestoryboarded” wurden meinen visuellen Kortex während die Aufnahmen eines echten Orchesters mit Dutzenden von Musikern atmosphärisch passend die Musik dazu spielt.
Nach ein paar Stunden “im Spiel” entsteht meine eigene Heldenreise – nicht nur in meiner isolierten Fantasie, sondern für alle anderen Mitspieler/innen, die sich mit mir in der gleichen virtuellen Welt bewegen. Ein paar Tage später inspiriert mich meine virtuelle Erfahrung und der Nachhall der Buchgeschichte, selbst eine Geschichte zu schreiben und einzuladen, ein Teil von ihr zu werden.
Das Buch, das ich da las: World of Warcraft: Weltenbeben – Die Vorgeschichte zu Cataclysm
Die virtuelle Welt, die ich daraufhin besuchte: Die World of Warcraft. die sich im Augenblick auf die nächste, große Erweiterung vorbereitet, wobei der Hersteller die Bucherscheinung und die Videospielerweiterung zeitlich sehr gut koordiniert hat. Die Geschichte, die ich dann selbst schrieb und mit den Geschichten anderer verwoben ist: Der Orden der Seelenhüter.
Cross-media mythologische Anderswelten: Eine faszinierende, mythologische Selbsterfahrungsreise und ein Phänomen unserer “post-modernen” Zeit der archaischen Wiederentdeckungen………..
Oct 6th
Am letzten Montag öffnete die Tagung für Jugendsozialarbeiter/innen regionaler Jugendzentren und -Räume den Dialog über den “Stadtteil, in dem sich viele Jugendliche immer länger aufhalten, der aber schwer zugänglich bis nicht erreichbar ist”: Die sozialen Medienwelten.
Klaus Rummler, Medienpädagoge im Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Uni Bremen gab einführend einen wissenschaftlichen Einblick in da Thema: “Jugend-Medien-Gesellschaft. Medienbildung in riskanten Jugendkulturen”
Im “World Café” und in den folgenden Workshops wurde den Teilnehmer/innen deutlich, dass sie einen starken Fortbildungsbedarf für die Entwicklung der eigenen Medienkompetenz haben. Eine Kompetenz, mit der sie folgenden Fragen im Kontext ihrer Arbeitsfelder praktisch weiter nachgehen können:
Ein Tag zu einem komplexen, sich rasant verändernden Thema kann zunächst einmal nur das Thema öffnen, im Dialog deutlich werden lassen, welche gemeinsamen Herausforderungen vorhanden und zu bestehen sind – und welche Kompetenzen entfaltet werden müssen, um diesen begegnen zu können.
Als Referent war es für mich spannend, an diesem Tag den Dialogen und Fragen zu lauschen und einen Einblick in die virtuelle Jugendarbeit in sozialen Spielwelten geben zu können. Die eigene Quest, mit der ich aus diesem Tag heraus gegangen bin: Verstärkt Baukästen und Fortbildungsangebote für Jugendarbeiter/innen zu entwickeln.
Apr 15th
Filmproduktion mit einfachen Mitteln ist eine wunderbare Form, zur Vielfalt der Web TV Angebote beizutragen. Vor nunmehr 11 Jahren endete meine Karriere als traditioneller Fernsehkonsument – seit dem besitze ich kein TV mehr und verspüre auch keinen Reitz, es noch einmal mit diesem Medium zu probieren. Als Konsument beziehe ich nur noch Online Videos zu Themen, die mich gerade interessieren. Als Produzent erfreue ich mich der einfachen Werkzeuge, die uns heute für ein “Global-Bürgerfernsehen” zur Verfügung stehen.
Zwei Videos habe ich in den letzten Wochen erstellt. Sie bilden sozusagen eine Brücke vom traditionellen Stummfilm zum modernen Machinima Video.
In nur wenigen Stunden habe ich dieses Machinima Video als einen Kurzvortrag zum Thema “Wandel der Medienlandschaft in den letzten beiden Zeitaltern” erstellt:
Das zweite Video entstand ursprünglich als eine Non-stop Improvisation während des Santa Cruz Film Festivals in Kalifornien 2004. Spontane Pantomimen Impro und Schnitt an einem Abend. Habe es nochmal re-mastered und mit einem Creative Commons Soundtrack versehen. Es ist schon spannend, mit moderner Technologie einen alten Schwarzweiß Film mit Kratzern und Geschwindigkeitsproblemen beim Abspielen zu simulieren.
Mar 17th
Am 03. März 2010 startete eine spannender, 10 wöchiger Crashkurs in Sozialinnovation @http://www.urgentevoke.com
Das “Free to play” Online Spiel wurde vom World Bank Institute unter der Leitung der Game Designerin Jane McGonigal entwickelt.
Über eine Comic Reihe, die wöchentlich fortgeführt wird und Video Trailer (siehe unten in diesem Artikel) werden Spieler/innen in die spannende Geschichte eingeführt. Von nun an sind sie Spezialagenten des Evoke Networks und erhalten Missionen vom mysteriösen Alchemy aus dem Herzen Afrikas.
Urgent Evoke verbindet ein Sozialnetzwerk basierend auf der Ning Plattform mit Elementen aus Videospielen. Spieler/innen lösen die wöchentlichen Missionen und Quests, erhalten dafür Runen und können an andere Spieler sogenannte Evoke Powers für ihre Blog Beiträge, Bilder und Videos vergeben. Evoke Powers sind z.B. Kreativität, Kollaboration, Führunsqualitäten, Lokale Einsicht, Mut, usw.
Missionen sind jeweils in drei Aufgaben aufgeteilt: Learn, Act, Imagine ( Lernen, Handeln, Fantasieren). Die Mission der zweiten Woche behandelt z.B. das Thema Hunger und Ernährung. In der “Learn” Aufgabe werden Spieler zu verschiedenen Websites geleitet, um einen Einblick in die globale Ernährungssituation zu erhalten.
Die praktische Aufgabe besteht z.B. darin, die Frage “Wo herrscht in meiner Nähe Hunger und was wird dagegen getan ?” zu beantworten: In einem Blog Artikel, einer Fotostrecke oder einem Video. In meiner Mission habe ich z.B. einen englischen Blog Artikel über Die Tafel geschrieben, die in meiner Nähe Bedürftige mit Nahrung versorgt, die qualitativ einwandfrei aber nicht geeignet für gewünschte Marktstandards Tag für Tag von Supermärkten, Restaurants und Lebensmittelherstellern weg geworfen werden.
Eine halbe Stunde nach Veröffentlichung haben mir meine Mitspieler Elastika aus Slowenien und Stefano aus Italien jeweils eine Evoke Power verliehen: in diesem Fall “Local Insight” “Lokale Einsicht / Erkenntnis”
International – ja, so fühlt es sich wirklich an im Evoke Network. Gerade mal zwei Tage im Spiel, bin ich bereits mit 12 Männern und Frauen aus z.B. Pakistan, den Phillipinen, Senegal, Mexiko und weiteren Ländern im Sinne des Web 2.0 “befreundet” und habe einige Nachrichten mit ihnen gewechselt.
Spiele sind die erhabenste Form der Untersuchung – Albert Einstein
Urgent Evoke ist ein Online Spiel, dass mich nach langer Zeit mal wieder so richtig gebannt hat. Ich habe nicht nur ähnliche “Feelings” wie bei meinen sonstigen Rollenspielen (Auf einer Quest sein, ein Problem lösen, eine “Gruppe” finden und managen, Erfolge und Super Kräfte erhalten, einen besonderen Erfolg ergattern wollen….) – ich habe zusätzlich das befriedigende Gefühl, mich ernsthaft spielerisch mit den Themen auseinander zu setzen, die uns in der Realwelt wirklich beschäftigen.
Oh – und ich bin scharf darauf, nach erfolgreichem Abschluss der 10 Wochen und Missionen den offiziellen Titel:
“Certified World Bank Institute Social Innovator – Class of 2010″ – na, wenn das mal keine steile Karriere in einem “Krisensicherlichen” Job ist
Während ich bei meinen üblichen Spielen das Gefühl habe, nur mit nord-amerikanischen und europäischen Spielern Kontakt zu haben, gibt mir Urgent Evoke das Gefühl einer wirklich globalen Graswurzelbewegung.
Genug zur Einleitung. Mein ‘”urgent” Vorschlag: selber ausprobieren.
Ich bin im Evoke Network als Mentor tätig – kontaktiert mich also gern, wenn wir uns vernetzten und gegenseitig “powern” wollen.
Mein Profil findet Ihr hier
Agent Boeing mit dem deutschen Evoke Report
Mar 5th
Der erste Abend einer experimentellen, virtuellen Theatergruppe fand am Mittwoch Abend in der World of Warcraft statt.

Virtuelles Theater scheint zunächst schwer vorstellbar, da kein Körper involviert ist. Das “ent-körperte Theater” in virtuellen Welten ist ein immersives Rollenspiel-Theater, das auf einer variationsreichen 3D Bühne auf den Monitoren der Gamer und Zuschauer/innen spielt. Die Immersion und “Medientrance” vermag dem virtuellen Theater seine Erfahrungstiefe zu schenken. Man könnte auch sagen, Virthuater ist live inszeniertes und improvisiertes 3D Fernsehen im Animé Stil. Der Unterschied liegt im letzen Bild jedoch darin, dass die Zuschauer selbst Teil des Spiels werden können. Die Distanz Spieler/Zuschauer schwindet.
Wie ich im letzten Beitrag schon schrieb: Virthuater lässt sich auch als “Puppentheater” des Informationszeitalters verstehen. Die Spieler/innen steuern ihre Marionetten, Avatare, Charaktere nicht durch hauch-dünne Bändchen an einem Kreuz – sondern durch Tastenkombinationen mit der linken Hand, Mausbewegungen mit der Rechten und die Icons der Effekte.
Raum, Bewegung, Staccato und Flow
Wir begannen am Abend mit Übungen, die im “echten” Theater der Lockerung des Körpers dienen. Wir liefen und rannten die Bühne ab – zurück, vor, seitlich, umeinander herum. Eine Besonderheit in der World of Warcraft: Spielerkörper kolldieren nicht miteinander sondern laufen normalerweise durch den anderen hindurch. Ein Ziel unserer Übung war dabei, unsere Ausweichkünste zu verfeinern, um körperliche Kollision zu simulieren.
Präsenz – Du, Ich, Wir
Nach den Raum- und Bewegungsübungen gingen wir zur “Präsenz” über. Ziel war es, seine Gegenüber zu grüßen – in unterschiedlichen Variationen. Für solche Zwecke bietet World of Warcraft verschiedene Emotes, die den Spielerkörper animieren – teilweise mit Sprachausgabe. “/salute, /grüßen, /verbeugen /winken /respekt /hello ” sind einige der Befehle, die einer Begrüßung zur Verfügung stehen und in das Chatfenster eingegeben werden können.
Nach dem Grüßen der Anderen stellte sich nun jeder Einzelne der Gruppe vor. Name, Titel und ein imposanter Abschluss, bei dem ein spektakulärer Zauber gewirkt oder sonstige Effekte “angehängt” werden konnten.
Auf einer tropischen Insel bildeten wir einen Kreis um einen kleinen Hügel, der nun 2 bis 3 Darstellern als Bühne diente, während der Rest drumherum das Schauspiel betrachtete. Bei den improvisierten Szenen ging es unter anderem darum, aus seiner Komfortzone als Rollenspieler heraus zu kommen und eine Rolle zu spielen, die uns normalerweise nicht liegt, oder entgegen unserer üblichen Handlungen ist.
So mutierte z.B. der lamm-fromme, zölibatäre Priester, den ich normalerweise spiele, zum gewalttätigen Macho-Ehemann, der schlussendlich doch handfest seiner cholerischen Ehefrau unterlag. Eine berührende, intime Todesszene im Abschied zweier Freundinnen folgten. In einem anderen Stück trafen zwei Stadtwachen auf eine verrückte Frau und fanden sich im Konflikt zwischen “Authorität” und “Beruhigen wollen”.
Am nächsten Mittwoch wollen wir zudem “Unsichtbares Theater” praktizieren. Spieler in zweier- und Dreigruppen werden mit bestimmten Themen (z.B. Wanderprediger, Stadtwachen, Bettler) in die stark belebten Städte ziehen und an diversen Orten ihr Theater improvisieren. Für die “ganz normalen” Wacrarft Gamer werden so Brüche in ihrem üblichen Spielalltag inszeniert. Sie können mit in das Spiel einsteigen.
In den ersten Übungsabenden geht es zunächst einmal um die Steigerung der Ausdruckskraft mit der virtuellen Marionette und die Entfaltung der Theaterspielfreude.
Man mag meinen, dass einem der geschützte Raum einer Computerspielwelt die üblichen Hemmungen von Selbstausdruck und Spontantheater nimmt – weil wir ja nicht “Real” da sind und uns keiner “wirklich” kennt. An diesem Abend war es spannend zu erleben, dass sich ähnliche Muster bei der virtuellen Theatergruppe zeigten, die mir von damaligen “echten” Theatergruppen vertraut waren. Jemand blieb z.B. bei den Geh- und Vorstellungsübungen zunächst gehemmt am Rand stehen. Eine andere sagte, sie brauche vor einem “öffentlichen” Spontantheater noch Zeit, freier im Ausdruck zu werden.
Chancen, Heilkraft und Möglichkeiten des virtuellen Theaters - in der nächsten Woche gibt es den nächsten Report.

Mar 1st
Im letzten November betrat ich nach mehreren Monaten Abwesenheit erneut die virtuelle Bühne der World of Warcraft.
Meine Rollenspiel-Gemeinschaft (Gilde) feierte ihr einjähriges Bestehen und als Gründer wurde ich zum Festmahl in die Taverne “Zum Eremiten” in der Metropole Sturmwind geladen.
Da saß ich also vor ein paar Dutzend echten Menschen in ihren virtuellen Personas (Masken) – aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Teenager, Twents, Ü30er und Ü40er – Schüler, Studenten, Arbeitslose, Mütter, Väter, Fachinformatiker und Projektmanager – ein bunter Mix in einer bunten Anderswelt.
Hier und Heute schaue ich auf weitere drei Monate Sozialleben in meiner virtuellen Gemeinschaft zurück. Erst vor drei Wochen fiel mir etwas wie Schuppen von den Augen, das die ganze Zeit über offensichtlich hätte sein müssen. Bis 1999 war ich als Pantomime, Clown und Moderator tätig und gab zahlreiche Workshops im kreativen Selbstausdruck und Theater. Vieles, das mir in den letzten Monaten auf der virtuellen Bühne begegnete, ist mir aus den damaligen physischen Bühnen vertraut. Ist eine Medienpädagogik in sozialen Spielwelten etwa im Kontext der Theaterpädagogik besser aufgehoben ?
Wenn wir als 3D Schauspieler zum Beispiel zur letzten Wintersonnenwende einen Lichterzug inszenieren und als “Flashmob” von 30 Darstellern einen “Bruch” im üblichen Spielablauf der Warcraftler in Szene setzen, sich viele Spieler dieser seltsamen Gruppe anschließen, die mit Laternen langsam in eine Schneelandschaft wandert (üblicherweise wird in World of Warcraft nur gerannt und geritten) und dort im großen Kreis multi-religiöse Gebete zur Begrüßung des neuen Lichts spricht – gleichen wir dann nicht eher einer “sakralen” Theatergruppe die mit Riten experimentiert ?
Wenn Studenten in ihrer Freizeit eine Führungsrolle als Ratsmitglied in einer Gilde übernehmen und ihre ersten positiven wie negativen Erfahrungen als politische Führungskraft machen, Entscheidungen treffen müssen, die eine vorherige Installation von Entscheidungsinstanzen benötigen (Mehrheitsbeschluss aller Mitglieder oder Konsens der Ratsmitglieder ? etc.) – finden wir darin nicht Elemente aus dem legislativen Theater wieder – aus dem Theater der Unterdrückten von Augusto Boal ?
Wenn ein junger, körperbehinderter Student sich als virtuelle Frau im Beziehungsleben mit anderen Frauen ausprobiert und dabei auf seine echten Eifersüchte, Verlustängste und emotionalen Kontrollmechanismen trifft, schenkt ihm dann dieses “Systemische Theaterspiel mit Hellinger Elementen” – wenn es reflektiert wird – spielerisch erprobte Lebenserfahrung für sein Realleben ?
Wenn unsere virtuelle Theatergruppe unter dem Motto “Wir weigern uns, Feinde zu sein!” das übliche Spielschema Allianz gegen Horde (oder z.B. Israelis gegen Palästinenser) bricht, Wege der Friedensbildung erprobt, Vorurteile und Fremdenhass thematisieren – praktizieren sie dann nicht ein Friedenstheater im geschützten Raum einer Konfliktsimulation ?
“Funktioniert denn Theater ohne Körper – rein virtuell – überhaupt ?” mögen wir zweifelnd fragen. Was die inneren, manchmal sehr realistischen, emotionalen Erfahrungen durch das virtuelle, immersive Rollenspiel zeigen, spricht für ein klares “Ja!”. Was die “Köpertechnik” betrifft, sind wir bildlich im Puppentheater gut aufgehoben. Auch in dieser Theaterform sehen wir den eigentlichen Schauspieler nicht, sondern nur seinen “Avatar” – durch hauchdünne Fäden gelenkt. Im virtuellen Theaterspiel entspricht das den Icons, Tasten und Mausbewegungen, mit den wir z.B. Bewegungen wie Laufen, Rennen, Liegen, Sitzen, Tanzen und sogenannte Emotes wie Weinen, Zorn, Lachen wirken können. Auf dem Bild oben sehen wir auch die Requisite für den Lichterzug, die sich unsere Spieler zusammen besorgt haben: Kostüme, Laternen, Lagerfeuer, Lichtkegel, die erst dann auf der “Bühne” erscheinen, wenn wir sie auslösen.
Meine zentrale These zu den virtuellen Spielwelten (MMO´s oder MMORPG – Massive Multiplayer Online Role Playing Games) ist, dass sie sich wunderbar als Sozialsimulationen eignen, weil sie durch ihre von echten Spielern geteilten Medienökologien mit riesigen Kontinenten, Markt Ökonomien, fiktiven Völkern, Gruppierungen und bewaffneten Konflikten ein Abbild der Realwelt sind. 100 Millionen Spieler weltweit, die 20h+ pro Woche in sozialen Spielwelten “leben” – das macht 2 Milliarden Stunden pro Woche – eine unglaubliche, partizipatorische Bandbreite. Wenn es uns gelingt, auch nur einen Bruchteil dieser Stunden für eine simulierte, spielerische Beschäftigung mit den Themen der Realwelt abzuzweigen, liegt darin ein großer Wert. Die Pädagogik hat die kreative Verantwortung und Chance, alternative Spielweisen innerhalb der vorhandenen Infrastruktur populärer Spiele zu entwickeln und anzubieten.
Bisher siedelte ich meine experimentelle Arbeit in den Sozialsimulationen im Bereich der kreativen Medienpädagogik an. Heute aber muss ich erkennen, dass ich mit der Theaterpädagogik, ihren wunderbaren Ansätzen und Wegen auf den virtuellen Bühnen besser bedient bin. Im ersten “Akt” meiner neuen Ausrichtung experimentiere ich mit einer “Übersetzung” der Techniken aus dem Theater der Unterdrückten in unsere virtuelle Bühnenwelt. Innerhalb von zwei Tagen haben sich bereits 10 Teilnehmer/innen zu einer wöchentlichen Virthuater-Gruppe in der World of Warcraft angemeldet
Mit großer Spannung erforsche ich also nun das Potential des Virthuaters als heilsames Lernspiel im Spiel und berichte in Kürze über die ersten Ergebnisse.