- Spielend im Social Media Space – blog
André Boeing
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Posts by André Boeing
Filmen in Second Life
Feb 21st
Tipps und Tricks für Machinima Filmprojekte in Second Life.
Für die Goethe Universität Frankfurt drehe ich momentan einen Video Trailer für das inter-religiöse Bildungsprojekt SL-Quests. Dabei finde ich langsam wieder in das Second Life Machinima Filmen und teile ein paar kleine Techniken zu Vorbereitung und zu den Kameramöglichkeiten.
Vorbereitung – Video / Screen Capture Software
Hierfür gibt es den kostenlosen WeGame Client auf http://www.wegame.com/ mit dem man in drei verschiedenen Qualitätsstufen aufnehmen kann.
Persönlich bevorzuge ich Fraps, das für 37$ und Updates auf Lebenszeit auf http://www.fraps.com erhältlich ist. Mit Fraps kann auch vom Desktop oder Browser aufgenommen werden. Ein Vorteil ist die Anzeige der aktuellen Framezahl. Merken wir in Second Life, dass die Framezahl konstant niedrig ist, wird das Video sehr hackelig. Es empfiehlt sich dann eine Verbesserung der Grafik Einstellungen für eine höhere Framezahl. (Recht flüssig z.B. 25-30 Frame per Second)
Die Screencapture Software sollte vor dem Start von Second Life geladen werden. Die Aufnahme wird mit dem Hotkey, der in den Einstellungen definiert wurde aktiviert. Achtung: Auf Doppelbelegungen achten, damit wir beim Starten der Aufnahme nicht gleichzeitig einen Luftsprung machen
Grafik Einstellungen Second Life:
Gerade wenn wir keinen Highend Rechner für unsere Aufnahmen haben, sollten wir an den Grafik Einstellungen schrauben, bis wir recht flüssig im Second Life unterwegs sind. Zu finden im oberen Second Life Client Menü unter: Ich/Einstellungen/Grafik. Gerade bei älteren oder mobilen Grafikkarten in Laptops empfiehlt sich das de-aktivieren der “Shader”.
Interface ausblenden:
In der Regel sind die Menüanzeigen, Chat Fenster, die Seitenleiste, Infos über den Köpfen usw. nicht interessant für unser Video. Mit dem gleichzeitigen Drücken von Strg-Alt-F1 blenden wir alles Überflüssige aus. Nochmals gedrückt kehren wir wieder in die Normalansicht zurück.
Kameratechniken:
Hier heißt es “Rumspielen und Testen”. Verschiedene Optionen für unsere Kamera gibt es im Second Life Client im unteren Menü auf dem Button “Ansicht”. Hier sind besonders die Optionen unter dem Kamera Symbol “Kameramodi” interessant. Mit der Objektansicht lassen sich z.B. spannende Kamerafahrten inszenieren, die bereits aus großer Distanz begonnen werden können – ohne, dass ich unser Avatar dabei bewegen muss. Dazu halten wir die linke Maustaste gedrückt, nachdem wir einen Center anvisiert haben. Durch das “Vor- und Zurückziehen” und “Drehen” der Maus entstehen interessante Fahrten und Winkel.
Viel Spaß beim Spielen und Ausprobieren !
Kipppunkt “Neue Medien” > “Social Media”
Feb 8th
Anfang 2010 können wir einen Wechsel, einen Kipppunkt vom populären Begriff “Neue Medien” (blau) zu “Social Media” (rot) beobachten:
Original Link zur Google Trend Grafik
Bis 2010, dem nahenden Ende der zweiten World Wide Web Dekade war alles Neu und die “alten” Medien im Vergleich noch immer recht frisch in der Erinnerung.

"Alte Medien"
Die heutige Generation der Teens und frischen Twens kennt diese Medienwelt nicht mehr. Sie sind in den stets Neuen Medien aufgewachsen – in einer exponentiellen Flut neuer Endgeräte, Web Technologien und -Anwendungen.

"Neue Medien"
Das “Neue” ist uns also recht vertraut geworden und wir entdecken zunehmend, was das “Neue” an den Medien eigentlich konkret bedeutet. Im letzten Bild sind es die Verbindungslinien im Media Space zwischen den Menschen und Endgeräten. Die “Neuen Medien” haben sich also als “soziale Medien”, als “Social Media” entpuppt. Ein medialer Raum, der es (theoretisch) Menschen in allen sozialen Schichten grenzübergreifend ermöglicht, Botschaften/Wissen interaktiv zu senden, zu empfangen, zu propagieren, zu modifizieren, zu vernetzen/verknüpfen.
Von der Dominanz des produzierenden “Neu” der Industrie muss es also jetzt zum etablierenden “Sozial” der Mediengesellschaft übergehen. Konkret heißt das, Menschen aller Schichten den Zugang zum Social Media Space zu ermöglichen und aktiv unsere Medienkompetenz (englisch media literacy / Medien Lese- und Schreibfähigkeit) zu fördern, damit wir als Individuen und Organisationen das Potential sozialer Medien voll ausschöpfen können.
Game Dynamics in Joomla Communities – Teil 1
Jan 23rd
Erfahrungspunkte, Level Up´s, Ränge, Erfolge (Achievements), Tokens als virtuelle Währung, Belohnungen, Herausforderungen, Missionen und Quests sorgen in Videospielen für ein hohes und häufig langfristiges Motivationslevel der Spieler/innen.
Die oben aufgezählten Game Dynamiken lassen sich auch in Online Communities und Social Networks implementieren, wo sie gleichermaßen die Mitgliedermotivation erhöhen und die Interaktion auf der Plattform spannender machen können. Beispiele: Der tägliche Besuch in der Community begrüßt Mitglieder nach dem Login mit einem : “Herzlichen Glückwunsch. Für deinen täglichen Besuch hast du 10 Punkte erhalten!” Das Veröffentlichen von Bildern, Artikeln oder Forenbeiträgen wird mit Punkten honoriert, die zu höheren Leveln/Rängen führen, neue Bereiche und Belohnungen freischalten . Habe ich 10 Forenbeiträge veröffentlicht, erhalte ich ein Abzeichen, das meinen Erfolg für alle sichtbar macht. Monatlich oder Wöchentlich gibt es eine Challenge/Herausforderung wie z.B. “Schreibe einen Blog Artikel über ein Thema, das in deinem Wohnort gerade aktuell ist”. Wurde die Challenge gelöst, gibt es eine Medaille und die besten Einsendungen werden von den Mitglieder gekürt. Im Leaderboard kann ich meine Punkte mit denen anderer Mitglieder vergleichen und sehe, wo ich im Rang stehe. Der spielerische Wettkampf erhöht also zusätzlich Spannung und Motivation.
Mit folgenden Komponenten lassen sich Game Dynamics in das kostenlose Open Source Framework Joomla implementieren:
Mit JomSocial erweitern wir unseren Joomla Content Management Layer um einen sehr mächtigen Social Layer und haben damit bereits den ersten Schritt in den Game Layer getan – denn JomSocial wird von Haus aus mit einem Punkte- und Levelsystem ausgeliefert.
In der JomSocial Verwaltungsoberfläche finden wir die “Rules”, die Regeln und Anzahl der Punkte. Der Regel “Eröffne eine neue Gruppe” weisen wir z.B. 5 Punkte zu. Ab einer bestimmten Punktzahl steigt das Mitglied um einen Level. Der zweite Levelstein leuchtet unter dem Profilbild auf.
Durch die JomSocial Erweiterung JAchievements lassen sich automatisierte Erfolge und Extrapunkte definieren, die als Plakette im Profil und Profilbild erkennbar sind. Z.B. “Der Diskussionist :: Starte 20 Diskussionen in den Foren” Belohnung: 20 Punkte.
JomSocials Punktesystem eignet sich für die Emulation von Erfahrungspunkten, wie wir sie aus Computerspielen wie z.B. World of Warcraft kennen. Erfahrungspunkte können nur zunehmen, nicht aber abnehmen. Was aber, wenn wir eine zusätzliche Punkteart benötigen, die gleichzeitig als virtuelle Währung dient und den Mitgliedern den Erwerb von Belohnungen/Produkten ermöglichen soll – nennen wir sie hier mal ActionPoints ?
Hier kommt unsere zweite, kostenlose Komponente ins Spiel: Alpha User Points. Neben den automatischen Regeln, wie sie auch bei JomSocial zu finden sind können wir zusätzlich manuell Punkte vergeben, Medaillen/Abzeichen verleihen, Ränge einrichten und Coupon Codes generieren. (z.B. für den Kauf eines Produkts oder die Teilnahme an einem Workshop). Die Codes können von den Mitgliedern in ihrem Profil eingelöst werden und schreiben Punkte gut. Das ebenfalls kostenlos erhältliche, sehr mächtige Shop System Virtuemart für Joomla lässt sich gar so umwandeln, dass sich Produkte im Shop mit der virtuellen Währung aus Alpha User Points bezahlen lassen. Mitglieder können also durch ihre Aktionen Punkte verdienen und sich damit ihre Produkte/Belohnungen leisten.
Game Dynamics in Joomla Communities und Social Networks eröffnen neue, kreative Möglichkeiten für Bildung, Business und gemeinnützige Organisationen. Konkrete Anwendungsmöglichkeiten und Beispiele werden in Teil 2 behandelt.
Joomla Klonen für Re-Designer – Akeeba backup
Nov 4th
Eine bestehende Joomla Website mit ihren zigtausenden von Dateien und ebenso vielen Datenbankeinträgen vom laufenden Server auf einen Entwicklungsserver und zurück zu übertragen, war in der Vergangenheit für mich mit einigen Aufwand verbunden.
Dank einer brillanten, kostenlosen Komponente für Joomla, ist das “Klonen” einer Joomla Website jetzt eine “wenige Clicks” Geschichte.
Mit Akkeba Backup @ http://www.akeebabackup.com verläuft das Klonen für eine z.B. Re-Design Umgebung mit diesen kleinen Schritten:
- virtuellen Entwicklungsserver mit einer eigenen Datenbank (DB) einrichten ( oder z.B. eine subdomain.ihresite.de). Das lässt sich je nach Webhost in der jeweiligen Verwaltungsoberfläche schnell einrichten.
- Akeeba backup Komponente downloaden (url siehe oben) und auf der aktiven Joomla Site installieren
- Im Backend der aktiven Joomla Website unter Akeeba Backup / Konfiguration im Punkt Archivierungsalgorithmus DirectFTP wählen, und daneben “konfigurieren” klicken
- Die FTP Daten des Entwicklungsservers (aka subdomain.ihresite.de) angeben und die Verbindung testen – Bei Erfolg Konfiguration speichern
- “Jetzt sichern” wählen und einen Kaffee trinken gehen. Die Website wird nun von Server zu Server ohne den heimischen PC als Zwischenstopp ge-klont und zeigt den Fortschritt an
- Nach Abschluss der Sicherung die Entwicklungsumgebung aufrufen: ( subdomain.ihresite.de ) Ein Installationsscript führt Sie bequem durch die Schritte
- Die aktive Site ist nun ge-klont bereit, experimentell und spielend neu gestaltet zu werden, ohne, dass der laufende Betrieb Gefahr läuft
Cross-media mythologische Anderswelten
Nov 2nd
Eine magisch-mythologische Anderswelt mit Elfen und Minotauren, Zwergen und Riesen, Drachen und natürlich vielen Helden öffnet sich meinem Geist durch das geschriebene Wort. Unglaublich was da in meiner Fantasie entsteht – durch die Interpretation von nicht einmal 30 Zeichen, die in stets neuen Kombinationen zusammen gewürfelt sind und der Fantasie der Autorin entsprangen, die ich nicht einmal kenne. Lesen ist so selbstverständlich für mich, dass mir der Zauber des Ganzen nur noch selten bewusst wird.
Zusammen mit den Protagonisten durchlebe oder partizipiere ich beim Lesen dank meiner Immersionsfähigkeit das, was von Mythologen wie z.B. Joseph Campbell die “Heldenreise” genannt wird. Ein Motiv, ein ritueller Ablauf der Mythen, der sich in allen Kulturen unserer Welt wiederfindet.
- Ruf: Erfahrung eines Mangels oder plötzliches Erscheinen einer Aufgabe
- Weigerung: Der Held zögert, dem Ruf zu folgen, beispielsweise, weil es gilt, Sicherheiten aufzugeben.
- Aufbruch: Er überwindet sein Zögern und macht sich auf die Reise.
- Auftreten von Problemen, die als Prüfungen interpretiert werden können
- Übernatürliche Hilfe: Der Held trifft unerwartet auf einen oder mehrere Mentoren.
- Die erste Schwelle: Schwere Prüfungen, Kampf mit dem Drachen etc., der sich als Kampf gegen die eigenen inneren Widerstände und Illusionen erweisen kann.
- Fortschreitende Probleme und Prüfungen, übernatürliche Hilfe.
- Initiation und Transformation des Helden: Empfang oder Raub eines Elixiers oder Schatzes, der die Welt des Alltags, aus der der Held aufgebrochen ist, retten könnte. Dieser Schatz kann in einer inneren Erfahrung bestehen, die durch einen äußerlichen Gegenstand symbolisiert wird.
- Verweigerung der Rückkehr: Der Held zögert in die Welt des Alltags zurückzukehren.
- Verlassen der Unterwelt: Der Held wird durch innere Beweggründe oder äußeren Zwang zur Rückkehr bewegt, die sich in einem magischen Flug oder durch Flucht vor negativen Kräften vollzieht.
- Rückkehr: Der Held überschreitet die Schwelle zur Alltagswelt, aus der er ursprünglich aufgebrochen war. Er trifft auf Unglauben oder Unverständnis, und muss das auf der Heldenreise Gefundene oder Errungene in das Alltagsleben integrieren. (Im Märchen: Das Gold, das plötzlich zur Asche wird)
- Herr der zwei Welten: Der Heros vereint Alltagsleben mit seinem neugefundenen Wissen, und lässt somit die Gesellschaft an seiner Entdeckung teilhaben.
Quelle: Wikipedia & Der Heros in Tausend Gestalten
Ich lege das Buch beiseite, starte meinen Computer und betrete eine dreidimensionale Welt durch meinen Avatar, meinen selbst kreierten Charakter und Helden. Die Welt, in der ich/mein Held lebt, ist die gleiche, von der ich da gerade las. Die Erdbeben und Unruhen in der Natur am Anfang des Buches erlebe ich jetzt am eigenen (virtuellen) Leib. Dabei stimulieren Computergrafiken und Animationen, die zunächst durch Malereien und Zeichnungen “gestoryboarded” wurden meinen visuellen Kortex während die Aufnahmen eines echten Orchesters mit Dutzenden von Musikern atmosphärisch passend die Musik dazu spielt.
Nach ein paar Stunden “im Spiel” entsteht meine eigene Heldenreise – nicht nur in meiner isolierten Fantasie, sondern für alle anderen Mitspieler/innen, die sich mit mir in der gleichen virtuellen Welt bewegen. Ein paar Tage später inspiriert mich meine virtuelle Erfahrung und der Nachhall der Buchgeschichte, selbst eine Geschichte zu schreiben und einzuladen, ein Teil von ihr zu werden.
Das Buch, das ich da las: World of Warcraft: Weltenbeben – Die Vorgeschichte zu Cataclysm
Die virtuelle Welt, die ich daraufhin besuchte: Die World of Warcraft. die sich im Augenblick auf die nächste, große Erweiterung vorbereitet, wobei der Hersteller die Bucherscheinung und die Videospielerweiterung zeitlich sehr gut koordiniert hat. Die Geschichte, die ich dann selbst schrieb und mit den Geschichten anderer verwoben ist: Der Orden der Seelenhüter.
Cross-media mythologische Anderswelten: Eine faszinierende, mythologische Selbsterfahrungsreise und ein Phänomen unserer “post-modernen” Zeit der archaischen Wiederentdeckungen………..
Fachtagung “Jugendarbeit in der Mediengesellschaft”
Oct 6th
Am letzten Montag öffnete die Tagung für Jugendsozialarbeiter/innen regionaler Jugendzentren und -Räume den Dialog über den “Stadtteil, in dem sich viele Jugendliche immer länger aufhalten, der aber schwer zugänglich bis nicht erreichbar ist”: Die sozialen Medienwelten.
Klaus Rummler, Medienpädagoge im Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Uni Bremen gab einführend einen wissenschaftlichen Einblick in da Thema: “Jugend-Medien-Gesellschaft. Medienbildung in riskanten Jugendkulturen”
Im “World Café” und in den folgenden Workshops wurde den Teilnehmer/innen deutlich, dass sie einen starken Fortbildungsbedarf für die Entwicklung der eigenen Medienkompetenz haben. Eine Kompetenz, mit der sie folgenden Fragen im Kontext ihrer Arbeitsfelder praktisch weiter nachgehen können:
- Wie können wir als Jugendsozialarbeiter mit unserer Arbeit und Präsenz in das soziale Mediennetz herausreichen ?
- Welche lokalen, attraktiven Medien- und Medienkompetenz Angebote können wir Jugendlichen bieten, die für sie eine echte Alternative zum heimischen PC-Leben sind ? Wie müssen wir dafür ausgestattet sein ?
Ein Tag zu einem komplexen, sich rasant verändernden Thema kann zunächst einmal nur das Thema öffnen, im Dialog deutlich werden lassen, welche gemeinsamen Herausforderungen vorhanden und zu bestehen sind – und welche Kompetenzen entfaltet werden müssen, um diesen begegnen zu können.
Als Referent war es für mich spannend, an diesem Tag den Dialogen und Fragen zu lauschen und einen Einblick in die virtuelle Jugendarbeit in sozialen Spielwelten geben zu können. Die eigene Quest, mit der ich aus diesem Tag heraus gegangen bin: Verstärkt Baukästen und Fortbildungsangebote für Jugendarbeiter/innen zu entwickeln.
